Mehrscheibenisolierglas

An den Rändern sind die Scheiben luft- bzw. gas- oder feuchtigkeitsdicht durch organische Dichtungsmassen, Verlöten oder Verschweissen verbunden. In dem abgeschlossenen Raum zwischen den Scheiben (Scheibenzwischenraum) befindet sich getrocknete Luft oder Spezialgas.

Zur Verbesserung der Funktionen im Wärme- und Schallschutzbereich werden moderne Isoliergläser mit unterschiedlicher Gasfüllung ausgestattet. In der Regel handelt es sich um Krypton oder Argon (beim Wärmeschutz) oder Gemische daraus. Krypton verbessert auch den Schallschutz. Weitere Kennzeichen von Glas sind Eigenfarbe, Lichtdurchlässigkeit und Strahlungsdurchgang.

Heute gibt es folgende Möglichkeiten zwei oder mehr Glasscheiben zu einem Isolierglaselement zu verbinden:
Beim Ganzglas-Randverbund wird der Scheibenzwischenraum bereits in der Glasschmelze hergestellt, die beiden Scheiben sind an den Rändern mit Glas verbunden.
Heutiger Stand der Technik ist ein Randverbund aus Metall oder aus Dichtstoffen. Zwei oder mehr Glasscheiben werden mit einem Distanzhalter aus Metall oder einem Dichtstoff zusammengefügt.
Neben einfachen Konstruktionen für die herkömmlichen bauphysikalischen Ansprüche gibt es eine Reihe hochwertigerer Verbundkonstruktionen für höhere und höchste Anforderungen an Wärme, Schall und Sonnenschutz. Die einzelnen Scheiben können dabei spiegelnd beschichtet, farbig oder klar sein. Der Luftzwischenraum ist in der Regel zwischen 10,5 mm und 16 mm breit, wird hermetisch abgedichtet, entfeuchtet und oft mit Gas gefüllt. Die Entfeuchtung der eingeschlossenen Luft, beziehungsweise die Gasfüllung sollen ein Beschlagen der Scheiben im Zwischenraum verhindern.

Isolierverglasungen erfüllen generell höhere Anforderungen an Wärme- und Schallschutz als Einscheibenverglasungen. Standard-Isolierglas aus zwei 4 mm dicken Glasscheiben mit einem Abstand von 12 mm (Kurzbezeichnung: 4/12/4) hat einen U-Wert von ca. 3,0 W/(m²K). Zum Vergleich: Einfachglas aus 6 mm dickem Glas hat einen U-Wert von 5,8 W/(m²K).

Mit einem U-Wert von 3,0 W/(m²K; werden bei einem Haus mit nur 25 m² Fensteranteil 900 Liter Öl verbraucht. Gegenüber sehr guter Wärmeschutzverglasung sind das rund 700 Liter zuviel. Die Wärmeschutzverordnung schreibt für Neubauten und die Sanierung von Altbauten einen Glas-U-Wert von maximal 1,8 W/m² vor. Empfehlenswert sind jedoch Gläser mit einem U-Wert von ca. 1,1 bis 1,3. Sie dämmen ca. 30 Prozent besser und kosten nur ca. 10 Prozent mehr je m².